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Was bedeutet die Reifenkennzeichnung?

Nokian WinterreifenWenn Sie einen Blick auf die Seitenflanke eines Autoreifens werfen, sehen Sie dort mehrere Zahlen- und Buchstabenkombinationen, die auf den Gummi des Reifens aufgebracht sind. Auf den ersten Blick erscheinen diese wie ein Wirrwarr, aus dem niemand so recht schlau wird. Allerdings hat jede einzelne dieser Kombinationen durchaus einen Sinn. Man muss sie nur richtig lesen können. Ein Reifen ist nicht nur ein Reifen. Er erzählt mittels dieser Ansammlung an Zahlen und Buchstaben seine Geschichte: Wie alt er ist, wie groß, bei welchem Tempo er gefahren werden darf und ebenso, für welche Witterungen er ideal geeignet ist. Daher bringen wir nachfolgend einmal Licht ins Dunkel und erklären Ihnen, was die einzelnen Kombinationen bedeuten.

Wofür die Angaben wichtig sind

Was bedeutet die Reifenkennzeichnung?Sämtliche auf dem Reifen befindlichen Angaben sind wichtig, wenn es heißt, die Reifen zu wechseln. Der Grund hierfür ist in den Fahrzeugpapieren zu finden. Insbesondere in der “Zulassungsbescheinigung Teil 1“, dem Fahrzeugschein, ist hinterlegt, welche Größe die Reifen für das Auto besitzen dürfen und ob es für Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Vorgaben gibt. In den meisten Fällen sind in den Zeilen 15.1 und 15.2 die Angaben jedoch identisch.

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Mit den Daten ist die Erkennung folgender Attribute möglich:

  • Größe des Reifens
  • Breite des Reifens
  • Durchmesser
  • Höchstgeschwindigkeit
  • Alter der Reifen
  • Bauart
  • Laufrichtung
  • Jahreszeit für den Gebrauch

Dazu kommen Details wie die Prüfzeichen und es ist zu erkennen, ob der Reifen mit einem Schlauch ausgestattet ist, oder aber ohne fährt. Selbstverständlich sollten sowohl die Marke als auch das jeweilige Modell in die Reifenflanke eingelassen sein.

Reifenkennzeichnung aufgeschlüsselt

Eine der wohl geläufigsten Kombinationen auf der Seite des Reifens sind die Angaben über Größe, Breite und Höchstgeschwindigkeit. Es gibt innerhalb des Codes jedoch noch andere Informationen zu lesen. Nehmen wir als Beispiel diese Reifen-Spezifikation: 155/65 R 14 75 T. Hier einmal die Erklärung in Tabellenform:

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Angabe Erklärung
155 Die Zahl bezeichnet die Reifenbreite, die in Millimetern angegeben ist.
65 Dies ist das Höhen-Breiten-Verhältnis, welches in Prozent angegeben ist. Im Beispiel beträgt das Verhältnis zur Reifenbreite 65 Prozent. Je niedriger die Zahl ausfällt, desto schmäler erscheint auch die Reifenflanke, was beispielsweise bei sportlichen Reifen der Fall ist.
R Gemeint ist hiermit die Reifenbauart. Es gibt Diagonalreifen (D) und Radialreifen (R), wobei Erstere hauptsächlich von Oldtimern genutzt werden. In manchen Fällen folgt dem R zusätzlich ein F. In diesem Fall handelt es sich um ein Notrad. Wichtig ist, dass alle vier Reifen am Auto dieselbe Bauart aufweisen. Dies ist auch gesetzlich festgelegt.
14 Die Angabe für den Felgendurchmesser. Angegeben wird dieser Wert in Zoll.
75 Hiermit gemeint ist der Lastindex, der besagt, mit wie viel Gewicht der Reifen belastet werden darf. Hierfür findet die Umrechnung mittels einer geeigneten Formel statt. Der Index liegt bei dem Beispielreifen bei 75. Pro Reifen beträgt die Höchstbelastung somit 387 Kilogramm. Für das komplette Auto, inklusive Fahrer und Beladung, gilt demnach ein Höchstbelastungswert von 1.548 Kilogramm.
T Mit diesem Buchstaben gibt der Hersteller an, welche Höchstgeschwindigkeit der Reifen aushält. Der Buchstabe T entspricht einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 190 Stundenkilometern. Die Spanne der Buchstaben reicht von Q bis Y, wobei Q 160 Stundenkilometern entspricht und Y 300 Stundenkilometern.

Herstellungsdaten herausfinden

Wenn Sie sich Gedanken darüber machen, wie alt Ihre Reifen sind, schauen Sie einfach auf dessen Seite nach. Im Gummi befinden sich auch hierzu entsprechende Angaben.

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Entscheidend ist dabei die sogenannte DOT-Nummer. DOT ist eine Abkürzung, die “Department of Transportation” bedeutet. Danach folgen zwei Buchstaben, die das Herstellerwerk des Reifens bezeichnen und ein Größencode, der aus einem Buchstaben, sowie einer Zahl zusammengestellt ist.

Dazu kommt ein optionaler Code, der nicht auf jedem Reifen enthalten ist. Interessanter ist jedoch die Zahlenkombination, die darauffolgt. Diese erläutert die Fertigungswoche und das Herstellungsjahr. Steht hier beispielsweise die Kombination 3716, stammt der Reifen aus der 37. Kalenderwoche des Jahres 2016.

Wichtig: Wenn Sie einen Reifen im Jahr 2018 erworben haben, bedeutet dies nicht, dass er auch im selben Jahr gefertigt wurde. Achten Sie daher beim Kauf stets auf die DOT-Nummer und kaufen Sie keinen Reifen, der älter ist als drei Jahre. Binnen dieser Zeit kann sich das Material bereits so verändern, dass der Reifen langfristig gesehen schneller verschleißt, oder seine Haltbarkeit verkürzt ist.

Weitere Angaben in Buchstaben und Zahlen

Neben den bis hierher erklärten Details gibt es noch ein paar weitere Angaben, die seitlich des Reifens aufgebracht sind. Allerdings kann es vorkommen, dass nicht jeder Reifen auch sämtliche aufweist. Daher möchten wir diese nachfolgend einmal erläutern:

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  • Laufrichtungsanzeige: Diese Anzeige gibt es vorwiegend bei Modellen mit besonderer Profilgestaltung. Sie gibt, mittels der Anzeige eines Pfeils, Aufschluss darüber, wie der Reifen richtig montiert wird, was seine Laufrichtung angeht.
  • Tubeless: Befindet sich diese Bezeichnung auf dem Reifen, fährt dieser ohne Schlauch. Die meisten der heute angebotenen Reifen sind “Tubeless”.
  • Winterreifen/Ganzjahresreifen: Seit dem 1. Januar 2018 ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Winter- und Ganzjahresreifen grundsätzlich mit dem “Alpine”-Symbol ausgezeichnet werden müssen. Hierfür wird ein Piktogramm in Form eines Berges genutzt, in dem eine Schneeflocke abgebildet ist. Dazu kommt die Bezeichnung “M+S”, was so viel bedeutet wie “Matsch und Schnee”. Der Reifen ist also für den Betrieb im Winter zugelassen.
  • Verschleißanzeige: Er wird auch kurz “TWI”, oder Treadwear Indicator genannt. Ihn gibt es an insgesamt sechs Stellen des Reifens, wo erhöhte Stege ins Gummi eingebracht sind. Diese sind jeweils gekennzeichnet mit einem kleingedruckten “TWI”-Stempel.
  • Prüfzeichen: Das Prüfzeichen gibt an, dass der Reifen nach der europäischen Norm (ECE-R30) hergestellt wurde. Kaufen Sie nie einen Reifen, der nicht über diese Kennzeichnung verfügt.
  • Buchstabe “R” vor der Reifenkennzeichnung: Befindet sich vor der Reifenkennzeichnung der Buchstabe “R”, handelt es sich um einen runderneuerten Reifen. Wichtig ist, dass Sie bei diesen ebenfalls auf das Vorhandensein eines Prüfzeichens achten.

Fazit – Reifen lesen ist in den meisten Fällen nicht schwer

Sofern man die entsprechenden Vorgaben kennt, ist es nicht schwer, die Angaben auf einem Reifen zu entschlüsseln. Andererseits kann es für den einen oder anderen Verbraucher durchaus verwirrend sein. Zudem sich von Zeit zu Zeit immer wieder etwas ändern kann.

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Vor- und Nachteile dieser Kennzeichnung

  • genaue Angaben zu allen Eigenschaften des Reifens enthalten
  • ist manchmal etwas unübersichtlich und daher noch verwirrender

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