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Ab wann auf Winterreifen beim Auto wechseln?

Manchmal erwischt uns Autofahrer das Winterwetter sprichwörtlich eiskalt. Wenn sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt bewegen und Niederschlag dazu kommt, entwickelt sich die Straße rasch in eine gefährliche Rutschpartie. Um auch bei Eis, Glätte und Schnee sicher voranzukommen, brauchen Sie die richtigen Reifen. In Deutschland gibt es eine situationsabhängige Winterreifenpflicht. Das heißt: Sie müssen immer dann auf Winterreifen zurückgreifen, wenn die Witterung es erforderlich macht. Da dies nicht nur der Fall ist, wenn Schnee auf der Straße liegt, sind vor allem Fahranfänger bei der Frage verunsichert, wann Winterreifen gewechselt werden müssen. Wir fassen in diesem Ratgeber alle Fakten zum Aufziehen der Winterreifen zusammen.

Warum können Sie Winterreifen nicht auch im Sommer nutzen?

Ab wann auf Winterreifen beim Auto wechseln?Grundsätzlich stehen Ihnen für Ihr Auto drei Reifentypen zur Verfügung:

  1. Sommerreifen, die vom Frühling bis in den Herbst hinein gefahren werden
  2. Winterreifen, die vom Spätherbst bis zum Frühlingsbeginn für Sicherheit auf den Straßen sorgen
  3. Ganzjahres- oder Allwetterreifen, die nicht gewechselt werden müssen und eine gute „Zwischenlösung“ zwischen den beiden Reifenarten darstellen

Viele Autofahrer empfinden den Reifenwechsel als störend, zumal natürlich sowohl die Winter- als auch die Sommerreifen mit beachtlichen Anschaffungskosten einhergehen. Möchten Sie sich diese sparen und das ganze Jahr über mit einer Reifenart unterwegs sein, sind die Ganzjahresreifen eine gute Wahl. Ganzjahresreifen besitzen eine spezielle Gummimischung, die sowohl der trockenen Fahrbahn im Sommer als auch den winterlichen Straßenverhältnissen gewachsen sein soll. Empfehlenswert sind die Allwetterreifen vor allem für Regionen, in denen Sie nicht mit einem ausgeprägten Winter mit Schnee und Eis rechnen müssen.

Grundsätzlich haben Allwetterreifen ihre Schwachstellen, da das Material hier einen Spagat zwischen den verschiedenen Witterungsverhältnissen einnehmen muss. Gerade in gebirgigen Regionen, in denen Sie mit starken Schneefällen rechnen müssen, sind sie oft nicht die beste Wahl.

Weiterhin sollten Sie davon absehen, auch im Sommer Ihre Winterreifen zu nutzen. Bei den milden Temperaturen und der trockenen Fahrbahn nutzt sich die Winterbereifung sehr schnell stark ab, wodurch die Lebensdauer der Reifen stark eingeschränkt ist. Damit nimmt natürlich auch die finanzielle Belastung für Sie zu.

TIPP: Grundsätzlich sollten Sie darauf verzichten, den Sommerreifen im Winter zu fahren. Ihnen drohen in diesem Fall Bußgelder, wenn Sie in eine Verkehrskontrolle geraten. Verursachen Sie einen Unfall mit Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen, laufen Sie außerdem Gefahr, dass die Versicherung nicht für den Schaden aufkommt.

Wie sieht die Winterreifenpflicht in Deutschland aus?

In Deutschland ist innerhalb der Straßenverkehrsordnung, kurz StVo, geregelt, wann Sie Winterreifen aufziehen sollten. Seit 2010 ist dort von einer situativen Winterreifenpflicht die Rede.

Doch was sieht diese genau vor:

  1. Die StVo schreibt keinen genauen Zeitpunkt war, wann die Winterreifen in Deutschland aufgezogen werden müssen. Das gibt natürlich jedem Autofahrer einen gewissen Spielraum.
  2. Da es eine sogenannte situative Winterreifenpflicht gibt, müssen Sie aber immer dann auf Winterreifen zurückgreifen, wenn die Straßenverhältnisse winterlich sind.
  3. Bis heute halten sich unabhängig von den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung allgemeine Empfehlungen von Fahrzeugexperten. Das sorgt vor allem dafür, dass Sie auch kurzfristig für den Winter gewappnet sind.

Von O bis O – die klare Empfehlung der Experten

Fragen Sie einen Fahrzeugexperten, wann die Winterreifen beim Auto aufgezogen werden sollen, verweisen diese meist auf die O bis O Regelung. Diese hält sich bereits seit Jahren und wird von vielen Fahrzeugbesitzern auch eingehalten. Demnach sollen im Oktober die Winterreifen aufgezogen werden, die Sie dann schließlich bis zum Wochenende nach Ostern auch nutzen.

Heute gehen die Meinungen zu dieser Regelung weit auseinander. Oft wird hier auf den Klimawandel verwiesen. So setzt der Winter mit Schnee und Eis oft erst später ein. Zwar trifft dies häufig zu, es kann aber auch schon im Oktober den ersten Bodenfrost geben. Die Regelung, die Winterreifen bis Ostern zu fahren, sollte ebenso nicht allzu streng befolgt werden. Das  Osterfest wird jedes Jahr an anderen Tagen im März oder April gefeiert. Gerade diejenigen, die sich schon im März von den Winterreifen verabschieden, laufen Gefahr, nicht sicher genug auf den Straßen unterwegs zu sein.

Es gibt darüber hinaus auch Experten, die eine Empfehlung in Abhängigkeit von der Außentemperatur treffen. Demnach sollten Sie die Winterreifen dann aufziehen, wenn die Temperatur auch tagsüber dauerhaft unter 7 Grad Celsius liegt.

Reagieren Sie rechtzeitig und bleiben Sie flexibel

Natürlich ist es nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt für das Aufziehen der Winterreifen abzuschätzen, zumal Schnee und Glätte schnell überraschend kommen können. Deswegen ist es besonders wichtig, rechtzeitig zu reagieren und den Spielraum nicht unbedingt auszureizen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie mit Ihrem Auto in verschiedenen Regionen unterwegs sind. Während im Flachland oft auch im November und Dezember noch mit milden Temperaturen gerechnet werden kann, sieht das im Mittel- und Hochgebirge schon ganz anders aus. Planen Sie beispielsweise Ende September oder Anfang Oktober einen Urlaub in den Alpen, ist es in jedem Fall ratsam, das Auto bereits mit den nötigen Winterreifen auszustatten.

Doch auch unabhängig von Ihrem Wohnort ist es grundsätzlich empfehlenswert, die Winterreifen lieber zu früh als zu spät aufzuziehen.

TIPP: Nehmen Sie den Reifenwechsel nicht selbst vor, sollten Sie sich möglichst frühzeitig um einen Termin in einer Werkstatt kümmern. Oftmals stehen nämlich keine freien Termine zur Verfügung, sobald sich der erste Schnee in den Wettervorhersagen ankündigt.

Grundsätzlich müssen die Winterreifen übrigens als solche erkennbar sein. Damit trägt die Industrie mit Hilfe entsprechender Kennzeichnungen Sorge. Das gilt nicht nur für die reinen Winterreifen, sondern natürlich auch für die Ganzjahresreifen.

Kennzeichnungen für die Winterreifen in der Übersicht

Für die Winterreifen gibt es mittlerweile unterschiedliche Kennzeichnungen. Grund ist eine Neuregelung der Kennzeichnungspflicht. Unterschieden werden folgende Kennzeichnungen.

Kennzeichnung Hinweise
M+S Reifen Jahrelang galt die M+S-Kennzeichnung als ausschlaggebend bei der Reifenzuordnung. Die beiden Buchstaben standen für Matsch und Schnee. Teilweise wurden sie durch das Schneeflockensymbol ersetzt. Schon seit 2018 müssen für die Ausweisung der Winterreifen grundsätzlich beide Kennzeichnungen vorhanden sein. Es ist wichtig, dass neben der M+S Beschriftung auch eine Schneeflocke abgebildet ist.
Alpine-Symbol Seit  2018 ist mit dem Alpine-Symbol eine neue Kennzeichnung für Winterreifen vorhanden. Das Alpine-Symbol basiert auf einem Bergpiktogramm. Neben diesem gibt es in der Mitte der Berge eine Schneeflocke.

Für die M+S Reifen wurde von Seiten des Gesetzgebers eine Übergangsfrist festgelegt. Diese dauert bis 2024 an. Danach sind die Reifen nicht mehr zulässig. Wenn Sie also über den Kauf neuer Winterreifen nachdenken, sollten Sie sich bereits für Modelle mit dem Alpine-Symbol entscheiden. So gehen Sie auf Nummer sicher.

Winterreifen sorgen für ausreichend Sicherheit bei schwierigen Straßenverhältnissen

Gerade im Winter müssen Sie oftmals mit schwierigen Straßenverhältnissen rechnen. Entsprechend wichtig ist es, dass Sie das nötige Equipment haben, um bestmöglich auf diese Anforderungen reagieren zu können. Winterreifen sind deswegen nicht nur Pflicht. Sie sind vor allem die Grundlage für Ihre Sicherheit. Auch bei schwierigen Straßenverhältnissen sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Grip und Halt auf der Fahrbahn haben. Das Profil der Reifen ist hier um einiges breiter gestaltet, womit dafür Sorge getragen wird, dass auf nasser, glatter Fahrbahn genügend Halt gegeben ist.

Kontrollieren Sie Ihre Winterreifen regelmäßig und tauschen Sie diese schnellstmöglich aus, wenn Sie bemerken, dass nicht mehr ausreichend Profil vorhanden ist. Auch wenn die Reifen beschädigt sind, ist ein rascher Austausch in jedem Fall empfehlenswert und sollte vorgenommen werden.

Bedenken Sie immer, dass Sie ohne Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen beachtliche Bußgelder riskieren. Besonders hoch sind diese, wenn Sie aufgrund der falschen Bereifung andere Teilnehmer des Straßenverkehrs gefährden.

Vor- und Nachteile von Winterreifen

  • erhöhen die Sicherheit für Fahrer und Beifahrer im Winter
  • sorgen für Grip und Halt bei schwierigen Bedingungen
  • ermöglichen Beschleunigung und sicheres Vorankommen auf glatter Straße
  • senken das Unfallrisiko enorm
  • verursachen höheren Spritverbrauch
  • sind oftmals auch ein wenig lauter während der Fahrt

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